Ökologisch orientierte Grünflächen-Pflege

Schonender Schnitt mit Doppelmesser-Mähbalken

Artenvielfalt fördern

Eine ökologisch ausgerichtete Pflege bedeutet, die Mahd unter Berücksichtigung ökologischer Zusammenhänge und naturschutzfachlicher Zielsetzungen auszurichten, dass mittel- bis langfristig die Artenvielfalt zunimmt.

Tiere und Insekten schonen

Leider gibt es keinen für alle Tier- und Pflanzenarten gleichzeitig idealen Pflegezeitraum. Bei jeder Pflegeplanung muss deshalb berücksichtigt werden welche Arten geschützt und gefördert werden sollen.

Eine vor allem Tiere schützende Mahd gibt es leider nicht. Um dennoch die Auswirkungen der Mahd auf die Fauna möglichst gering zu halten sollten die folgenden Zusammenhänge bekannt sein.

Mähen: So wenig wie möglich, so oft wie nötig

Für die ökologisch orientierte Landschaftspflege sind die folgenden Empfehlungen relativ einfach umsetzbar und sollten zu einem Standard werden.

Pflegehäufigkeit:

  • Grundsatz: Auf ein Mindestmaß beschränken
  • An den zu fördernden Arten und dem Wiesentyp ausrichten
  • Für mitteleuropäische Wiesen liegt ein Minimum bei ungefähr ein bis zwei Schnitten pro Jahr
  • Auf jeden Fall die Ausbreitung von Gehölzen (Verbuschung) verhindern
  • Wenige Magerwiesen können auch nur alle zwei bis drei Jahre gemäht und abgesammelt werden
  • Zum Aushagern eines nährstoffreichen Standorts sind zunächst zwei bis drei Schnitte pro Jahr nötig und das Aufsammeln des Schnittgutes
  • Keine Pflegemaßnahmen sind keine Option. Schützenswerte Pflanzen verlieren dadurch ihren Lebensraum

Offenhalten von Randbereichen

Insektenschonende Mahd in den Morgen- oder Abendstunden

Eine sehr späte Mahd im Herbst schützt Bodenbrüter

Vergrämung von Kitzen und Wildtieren am Vorabend der Mahd

Pflegezeitraum:

  • Mäharbeiten vor dem beginnenden Frühling bis zum 15. März abschließen
  • Blütenreiche Flächen: Nachdem der Großteil der Pflanzen (50-70%) verblüht ist. Dies entspricht einer „Pflege nach dem Aussamen“
  • Flächen mit hohem Insektenaufkommen: In den frühen Morgenstunden oder den späten Abendstunden für blütensuchende Insekten.
  • Allgemein auch an kühleren, windigen Tagen und bedecktem Himmel für viele Insektenarten.
  • Vogelschutz: frühestens Mitte Juli beginnen, besser August/September
  • Wildtiere: ähnlich wie beim Vogelschutz. Beste Möglichkeit zum Schutz von Reh und Wildtieren ist die Vergrämung am Vorabend der Mahd durch Ablaufen der Fläche und setzen von Geruchsmarken
  • Eine verzögerte Mahd von Frühling Richtung Sommer wird grundsätzlich als positiv für Pflanzen, Insekten und Spinnen erachtet
  • Eine sehr späte Mahd im Herbst ist perfekt für Vögel, Säugetiere, Amphibien und Reptilien. Sie führt jedoch zu Nachteilen für die Artenvielfalt der Pflanzen
  • Eine Mahd außerhalb der Vegetationszeit ist nicht empfehlenswert, da das Schnittgut nicht umgesetzt wird und Tiere in ihrer Winterruhe gestört werden

Mahdrichtung:

  • Die Mahdrichtung ist wesentlich bei der Schonung von Tieren
  • Empfohlen wird eine Mahd von der Flächen-Mitte nach außen hin. Tiere können somit im Schutze der Vegetation flüchten und zum Rand hingedrängt (siehe Abbildung 1)
  • Alternativ kann die streifenförmige Mahd angewendet werden. Hierbei werden die Tiere ebenfalls zum Rand hingetrieben (siehe Abbildung 2)

Abschnittweise Pflege:

  • Großflächige und zeitgleiche Mahd vermeiden
  • Ungemähte Areale als Ausweich- und Fluchtflächen behalten (Altgrasstreifen). Hier können sich Teilpopulationen ungestört weiterentwickeln und danach die gemähten Flächen wiederbesiedeln
  • Altgrasstreifen sollen im Idealfall 10 x 50 m groß sein und werden im Folgejahr gemäht
  • Je nach Möglichkeit und Schutzziel sollten 10 bis 20 % der Fläche ungemäht belassen werden
  • Abschnittsweises Mähen von Flächen nach dem Prinzip der „wandernden oder rotierenden Brachstreifen“ (siehe Abbildung 3)
  • Streifenmahd (Mosaikmahd) ist sinnvoll, wenn die gesamte Fläche in zwei Wochen gemäht werden soll oder muss (siehe Abbildung 4)

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