Ökologische Grünflächenpflege: Gemeinsame Prioritäten aus der Praxis
Die ökologische Grünflächenpflege gelingt, wenn Ziele klar definiert, Verantwortlichkeiten geteilt und Maßnahmen an reale Bedingungen angepasst werden. Dies war der gemeinsame Ausgangspunkt eines Fachaustauschs zwischen Vertretern aus Wissenschaft, kommunaler Praxis, Landschaftspflege, Fachpresse und AS-Motor. Diese gemeinsame Grundlage entstand während einer Fachdiskussion unter Praktikern aus kommunalen Diensten, Landschaftspflege, Naturschutz und Technik.
Die Diskussion konzentrierte sich bewusst auf die Umsetzung statt auf Theorie. Beiträge aus wissenschaftlicher Forschung, kommunaler Praxis und täglicher Pflegearbeit zeigten, wo ökologische Ziele auf wirtschaftliche, rechtliche und organisatorische Grenzen stoßen. Die Teilnehmer diskutierten, wo ökologische Ambitionen auf betriebliche Realität treffen, welche Prinzipien sich in der Praxis bewährt haben und wo klare Vereinbarungen essenziell sind, um Missverständnisse zu vermeiden – sowohl vor Ort als auch in der Öffentlichkeit.
Klarer Konsens: Keine Pflege ist keine Strategie
Ein Punkt war unbestritten. Sowohl aus wissenschaftlicher als auch aus kommunaler Sicht, vertreten unter anderem durch Prof. Dr. Martin Döring und Dr. Jörg Morhard, bringt das vollständige Aufgeben der Pflege keinen ökologischen Nutzen. Ungepflegte Flächen neigen dazu, zuzuwachsen, strukturelle Vielfalt zu verlieren und schließlich von wenigen Arten dominiert zu werden. Aus praktischer Sicht untergräbt dies die Ziele der Biodiversität und schafft neue Herausforderungen für das Management.
Die gemeinsame Ansicht war, dass ökologische Grünflächen aktive, geplante Eingriffe erfordern. Der entscheidende Faktor ist nicht, ob Pflege stattfindet, sondern wie sie gestaltet und über die Zeit abgestimmt wird.
Priorisierung statt pauschaler Maßnahmen
Eine weitere wichtige Übereinkunft betraf die Priorisierung. Praktiker wie Johannes Köder und Markus Burger betonten, dass begrenzte Ressourcen bewusste Entscheidungen erfordern, wo ökologische Maßnahmen die größte Wirkung haben. Eine einheitliche Behandlung aller Grünflächen wurde weitgehend abgelehnt. Stattdessen waren sich die Teilnehmer einig, dass der ökologische Einfluss am größten ist, wenn die Pflege auf Flächen mit starker Funktion für Habitatvernetzung und Artenbewegung konzentriert wird.
Die Diskussion unterstrich, dass begrenzte Ressourcen dorthin gelenkt werden müssen, wo sie einen messbaren Unterschied machen. Dies erfordert bewusste Entscheidungen darüber, welche Flächen ökologische Behandlung erhalten und welche primär funktional oder erholungsorientiert bleiben.
Differenzierte Mähkonzepte als gemeinsamer Standard
Es gab breite Übereinstimmung bei den Mähstrategien. Die Diskussion, geprägt von praktischer Erfahrung und wissenschaftlichem Input, hob differenzierte Mähkonzepte als gemeinsamen betrieblichen Standard hervor. Feste Zeitpläne und Vollflächenmahd wurden als unvereinbar mit ökologischen Zielen angesehen. Im Gegensatz dazu wurden differenzierte Konzepte als beste Praxis betrachtet.
Diese umfassen gestaffelte Mahd, Rotationszyklen und die gezielte Erhaltung von Rückzugsflächen bei jedem Durchgang. Solche Ansätze balancieren betriebliche Machbarkeit mit ökologischem Nutzen und wurden wiederholt als praktikable Kompromisse im täglichen Betrieb genannt.
Technologie als Ermöglicher, nicht als Ziel
Die Rolle der Technologie wurde mit ähnlicher Klarheit diskutiert. Aus Sicht des Herstellers unterstrichen Georg Fuchs, Senior VP Entwicklung/PM/Marketing AriensCo EMEAA, und Jonas Bay, PM AriensCo EMEAA, dass Maschinen das Pflegekonzept unterstützen müssen, nicht definieren. Keine einzelne Maschine oder Methode wurde als universell geeignet präsentiert. Die Teilnehmer waren sich einig, dass die Technologie dem Pflegekonzept folgen muss, nicht umgekehrt.
Die Wahl zwischen verschiedenen Mähsystemen hängt von Vegetationstyp, Zeitpunkt, Gelände und dem beabsichtigten ökologischen Ergebnis ab. Die Verwendung der falschen Technologie zum falschen Zeitpunkt wurde als häufige Ursache für unbeabsichtigte negative Effekte identifiziert.
Kommunikation als entscheidender Erfolgsfaktor
Über technische Maßnahmen hinaus erwies sich Kommunikation als zentrales Thema. Medienvertreter Tjards Wendebourg und Julia Bächtle wiesen darauf hin, dass die öffentliche Wahrnehmung oft darüber entscheidet, ob ökologische Maßnahmen akzeptiert oder hinterfragt werden. Ökologische Pflege verändert oft das optische Erscheinungsbild von Grünflächen, was zu Kritik führen kann, wenn die Absichten nicht verstanden werden.
Es bestand starke Übereinstimmung, dass Akzeptanz von Transparenz abhängt. Klare Erklärungen, sichtbare Struktur und konsistente Botschaften helfen zu vermitteln, dass ökologische Flächen bewusst gestaltet und nicht vernachlässigt werden. Ohne dies riskieren selbst gut durchdachte Konzepte den Verlust öffentlicher Unterstützung.
Gemeinsames Verständnis, keine starren Regeln
Die Diskussion endete mit einer gemeinsamen Position, moderiert von Ursula Brenner, Sprecherin AriensCo EMEAA. Ökologische Grünflächenpflege kann nicht auf starre Regeln oder ideologische Positionen reduziert werden; sie hängt von professionellem Urteilsvermögen, lokalem Wissen und kontinuierlichem Dialog zwischen allen Beteiligten ab. Ökologische Grünflächenpflege kann nicht auf feste Regeln oder ideologische Positionen reduziert werden. Sie erfordert professionelles Urteilsvermögen, lokales Wissen und kontinuierliche Anpassung.
Was alle Teilnehmer vereinte, war die Überzeugung, dass erfolgreiche ökologische Pflege das Ergebnis koordinierter Planung, informierter Umsetzung und fortlaufenden Dialogs zwischen allen Beteiligten ist.