Steile Hänge sicher mähen: Warum Braunfels auf eine ferngesteuerte Mähraupe setzt
Steile Böschungen gehören in Braunfels zum Arbeitsalltag des städtischen Bauhofs. Besonders rund um die Burg treffen anspruchsvolles Gelände, saisonal hoher Aufwuchs und hohe Anforderungen an die Arbeitssicherheit aufeinander. Als die Stadt 2026 nach einer neuen Mählösung suchte, war deshalb bereits ziemlich genau bekannt, was die Maschine können musste. Die Vorgeschichte dazu reicht rund vier Jahre zurück.
Wer Braunfels kennt, kennt auch die Topografie der Stadt. Die Burg liegt weithin sichtbar über dem Ort, darunter ziehen sich Hänge und Grünflächen durch das Gelände. Was das Stadtbild prägt, beschäftigt den Bauhof während der Mähsaison regelmäßig: Böschungen müssen gepflegt, schwer zugängliche Flächen freigehalten und Straßenbegleitgrün bearbeitet werden, obwohl sich manche Bereiche mit konventioneller Mähtechnik nur schwer erreichen lassen.
Für Bauhofleiter Steffen Portz und sein Team geht es dabei nicht allein darum, Gras möglichst schnell zu schneiden. Gerade im Gefälle entscheidet auch die Frage, wie sicher sich eine Fläche bearbeiten lässt und wie viel Arbeitszeit durch Rangieren, Wenden oder aufwendige Maschinenwechsel verloren geht.
Eine Böschung im Bereich der Burg war in dieser Hinsicht schon lange bekannt. Sie spielte bereits bei einer Maschinenvorführung eine Rolle, die rund vier Jahre vor der späteren Anschaffung des neuen AS 990 Tahr RC stattfand.
Die erste Vorführung zeigte, wo im Arbeitsablauf Zeit verloren ging
AriensCo EMEAA Außendienstmitarbeiter Nico Thiel war damals noch neu in seinem Vertriebsgebiet, als er mit einer ferngesteuerten AS-Motor Maschine nach Braunfels kam. Auf der steilen Fläche im Bereich der Burg sollte sich zeigen, wie sich das Gelände mit einer RC-Lösung bearbeiten lässt.
Das Grundprinzip passte zu den Anforderungen des Bauhofs. Weil der Bediener die Maschine aus Abstand führt, muss er nicht selbst mit einem Aufsitzmäher im Gefälle sitzen. Gerade an schwierigen Hanglagen ist das ein wichtiger Unterschied, denn die Arbeitsposition des Mitarbeiters lässt sich unabhängig von der Position der Maschine wählen.
Während der Vorführung wurde aber auch deutlich, dass die reine Hangtauglichkeit nur ein Teil der Aufgabe war. Nach einer Mähbahn musste die damals eingesetzte Maschine wenden, bevor die nächste Bahn begonnen werden konnte. Bei einer langgezogenen Böschung wiederholt sich dieser Ablauf viele Male, wodurch während des Arbeitstages Zeit für Manöver anfällt, in denen nicht gemäht wird.
Zu diesem Zeitpunkt blieb es zunächst bei der Vorführung. Die Anforderungen an die Fläche änderten sich dadurch jedoch nicht. Der Bauhof musste die Böschungen weiterhin pflegen, während hoher Aufwuchs und begrenzte personelle Ressourcen in der Saison die verfügbare Arbeitszeit zusätzlich unter Druck setzten.
Als das Thema einige Jahre später erneut aufgegriffen wurde, konnte die Stadt deshalb sehr konkret formulieren, was eine neue Lösung besser machen sollte.
Gesucht wurde eine Mähraupe, die am Hang ohne ständiges Wenden arbeitet
Den neuen Anstoß gab der AS-Motor Fachhändler Weimer aus Lollar, der die Anforderungen gemeinsam mit dem Bauhof und AS-Motor aufnahm. Dieses Mal ging es nicht um die allgemeine Frage, ob eine ferngesteuerte Mähraupe für Braunfels interessant sein könnte. Die Erfahrungen aus der ersten Vorführung hatten bereits gezeigt, welche Eigenschaften für die vorhandenen Flächen relevant waren.
Die neue Maschine musste anspruchsvolle Hanglagen bewältigen und gleichzeitig einen Arbeitsablauf ermöglichen, bei dem möglichst wenig Zeit durch Wendemanöver verloren geht. Für die Stadt war außerdem entscheidend, die Sicherheit der Bauhofmitarbeiter bei Arbeiten an steilen Böschungen weiter zu verbessern.
Aus dieser Aufgabenstellung entstand eine klare technische Anforderung: Die Maschine sollte sowohl vorwärts als auch rückwärts mähen können.
Damit rückte der AS 990 Tahr RC in den Fokus. Sein Sichelmähwerk arbeitet in beiden Fahrtrichtungen. Hat der Bediener eine Bahn abgeschlossen, kann er die Fahrtrichtung wechseln und auf der nächsten Bahn zurückarbeiten, ohne die gesamte Mähraupe zuvor um 180 Grad drehen zu müssen.
Auf einer ebenen, kleinen Grünfläche wäre dieser Unterschied kaum ausschlaggebend. An einer längeren Böschung, auf der sich derselbe Ablauf Bahn für Bahn wiederholt, verändert er dagegen die Arbeitsweise deutlich.
Bei der Vorführung musste die Maschine die reale Problemfläche bewältigen
Ob diese Lösung tatsächlich zu Braunfels passte, sollte nicht auf einer ebenen Vorführfläche entschieden werden. Weimer und AS-Motor brachten den AS 990 Tahr RC deshalb dorthin, wo sich seine Eignung im späteren Einsatz beweisen musste: an die Böschung im Bereich der Burg.
Für den Bauhof hatte diese Vorgehensweise einen klaren Vorteil. Hangneigung, Bodenverhältnisse, Aufwuchs und Flächenzuschnitt mussten nicht theoretisch bewertet werden, sondern konnten direkt in die Entscheidung einfließen. Gleichzeitig ließ sich beobachten, wie sich das bidirektionale Mähkonzept unter den tatsächlichen Bedingungen verhält.
Nico Thiel erinnert sich insbesondere daran, wie das Bauhof-Team auf die Hangtauglichkeit der Maschine reagierte:
Nico Thiel erinnert sich insbesondere daran, wie das Bauhof-Team auf die Hangtauglichkeit der Maschine reagierte:
Die Anforderungen waren bei der zweiten Vorführung sehr klar. Die Maschine musste den steilen Hang bewältigen und gleichzeitig vorwärts wie rückwärts mähen können. Wir sind dort Steigungen gefahren, bei denen die Kollegen vom Bauhof selbst überrascht waren, dass der Tahr hochkommt. Gleichzeitig konnten wir nach einer Mähbahn direkt in Gegenrichtung weiterarbeiten, ohne jedes Mal die komplette Maschine drehen zu müssen. Genau diese Kombination hat auf der Fläche überzeugt.
Gerade das Mähen in beide Fahrtrichtungen griff eine Erfahrung auf, die bereits bei der ersten Vorführung gemacht worden war. Was damals im Arbeitsablauf noch zusätzliche Wendemanöver erforderte, ließ sich mit dem Tahr RC anders lösen.
Arbeitssicherheit war für die Stadt der entscheidende Grund
Auch wenn ein effizienterer Arbeitsablauf für einen kommunalen Bauhof relevant ist, begründete die Stadt Braunfels ihre Investition vor allem mit der Sicherheit der Mitarbeiter. Steilhänge, Böschungen und unwegsame Grünflächen stellen andere Anforderungen als gepflegte, ebene Rasenflächen; je anspruchsvoller das Gelände wird, desto wichtiger wird die Frage, wo sich der Bediener während der Arbeit befindet.
Beim AS 990 Tahr RC bleibt er außerhalb der Maschine und führt sie per Fernsteuerung. Dadurch kann er seinen Standort an die jeweilige Situation anpassen und muss nicht auf einem Aufsitzmäher selbst in den Hang fahren.
Der AS 990 Tahr RC ist laut aktueller AS-Motor Produktinformation für Steigungen von bis zu 56° ausgelegt. Für den Braunfelser Bauhof war allerdings nicht ein theoretischer Maximalwert ausschlaggebend, sondern die Fähigkeit der Maschine, die vorhandenen Böschungen unter realen Bedingungen kontrolliert zu bearbeiten.
Bürgermeister Christian Breithecker beschreibt den Hintergrund der Anschaffung entsprechend aus Sicht der Stadt:
Wer unsere Stadt kennt, weiß: Braunfels ist nicht flach. Steile Hänge und schwieriges Gelände gehören bei uns zum Alltag – und bisher auch zu den größten Herausforderungen für unseren Bauhof. Mit der neuen Mähraupe schützen wir unsere Angestellten und sorgen gleichzeitig dafür, dass unser Stadtbild gepflegt und sicher bleibt. Das ist eine Investition, die sich in jeder Hinsicht auszahlt.
Die Situation in Braunfels steht damit für eine Aufgabe, die viele kommunale Bauhöfe kennen. Pflegeflächen verschwinden nicht, nur weil Personal knapp ist oder bestimmte Hanglagen mit vorhandenen Maschinen aufwendig zu bearbeiten sind. Neue Technik muss deshalb dort ansetzen, wo sie einen konkreten Engpass im Arbeitsablauf oder bei der Arbeitssicherheit beseitigt.
Weniger Wendemanöver sparen Zeit dort, wo sie tatsächlich anfällt
Die Stadt nennt neben dem Sicherheitsaspekt auch eine spürbare Zeitersparnis bei den laufenden Pflegearbeiten. Dazu tragen mehrere Faktoren bei. Der AS 990 Tahr RC lässt sich nach Angaben der Stadt ohne großen Aufwand transportieren und in Betrieb nehmen; auf geeigneten Flächen kommt hinzu, dass das bidirektionale Mähwerk die Zahl der Wendemanöver reduziert.
Wie groß der Zeitgewinn in Braunfels über eine komplette Saison ausfällt, wurde nicht gemessen. Eine Prozentangabe wäre deshalb nicht belastbar. Der Unterschied im Arbeitsablauf ist dagegen konkret nachvollziehbar: Am Ende einer Mähbahn muss der Bediener die Raupe nicht vollständig drehen, sondern kann in der Gegenrichtung weiterarbeiten.
AS-Motor gibt für den Tahr RC unter geeigneten Bedingungen eine maximale Flächenleistung von bis zu 4.500 m² pro Stunde an. Wie viel davon auf einer bestimmten kommunalen Fläche erreicht wird, hängt unter anderem von Bewuchsdichte, Hangneigung, Bodenverhältnissen und Hindernissen ab. Gerade deshalb war die Vorführung in Braunfels aussagekräftiger als ein reiner Vergleich technischer Leistungsdaten.
Für den Bauhof ging es schließlich nicht darum, den höchsten theoretischen Wert zu erreichen. Entscheidend war, ob die Maschine auf den eigenen Problemflächen einen sichereren und effizienteren Arbeitsablauf ermöglicht.
Im Juli 2026 wurde die Mähraupe an den Bauhof übergeben
Nach der erfolgreichen Vorführung fiel die Entscheidung für den AS 990 Tahr RC, der Auftrag wurde über Weimer abgewickelt. Im Juli 2026 erfolgte schließlich die Übergabe an die Stadt Braunfels.
Bauhofleiter Steffen Portz und sein Team nahmen die neue Mähraupe entgegen. Für AS-Motor war Nico Thiel vor Ort, während Stefan Hergesell den Fachhändler Weimer vertrat. An die Übergabe schloss sich die Einweisung des Bauhof-Teams an, damit die Mitarbeiter die neue Maschine anschließend im laufenden Betrieb einsetzen konnten.
Für Thiel schloss sich damit ein Prozess, der rund vier Jahre zuvor mit der ersten Vorführung an einer schwierigen Hangfläche begonnen hatte. Die Ausgangsfrage war im Kern dieselbe geblieben, die technische Lösung hatte sich jedoch weiterentwickelt. Der Bauhof suchte weiterhin nach einer sicheren Möglichkeit, seine steilen Flächen zu pflegen, konnte nun aber zusätzlich auf ein Maschinenkonzept zurückgreifen, das die bei der früheren Vorführung aufgefallenen Wendemanöver reduziert.
Die Burgböschung war der Testfall, nicht der einzige Einsatzbereich
Der Hang bei der Burg spielte eine zentrale Rolle bei der Auswahl der Maschine, doch der AS 990 Tahr RC wurde nicht ausschließlich für diese eine Fläche angeschafft. Die Stadt nennt Straßenböschungen, Parkanlagen und schwer zugängliche Grünflächen im Stadtgebiet als weitere Einsatzbereiche.
Damit ergänzt die Mähraupe den vorhandenen Maschinenpark des Bauhofs dort, wo andere Geräte wegen Gefälle, Zugänglichkeit oder Arbeitsweise nicht optimal passen. Genau darin liegt auch die wirtschaftliche Logik einer solchen Spezialmaschine. Sie muss nicht jede Mähaufgabe im Stadtgebiet übernehmen, sondern jene Flächen effizienter und sicherer bearbeiten, die bisher überproportional viel Aufwand verursacht haben.
Für Kommunen, die einen Hangmäher, Böschungsmäher oder eine ferngesteuerte Mähraupe suchen, ist diese Abgrenzung relevant. Ein Gerät, das auf einer offenen Grünfläche hohe Flächenleistung erzielt, muss noch lange nicht die richtige Lösung für eine steile Straßenböschung oder einen verwinkelten Hang sein. Ebenso wenig lässt sich aus einer maximalen Steigungsangabe allein ableiten, wie gut eine Maschine in den bestehenden Pflegeprozess passt.
Braunfels hatte den Vorteil, die schwierigen Flächen und ihre Probleme bereits aus dem täglichen Betrieb zu kennen. Dadurch konnte die Stadt ihre Anforderungen an die neue Technik konkreter formulieren, statt zunächst von einem bestimmten Produkt auszugehen.
Die Fläche sollte den Maschinentyp bestimmen
Der Fall Braunfels zeigt deshalb vor allem, wie eine sinnvolle Auswahl von Mähtechnik für schwierige kommunale Flächen aussehen kann. Ausgangspunkt war keine Produktkategorie, sondern eine konkrete Arbeitssituation: steile Böschungen, hoher Aufwuchs, wiederkehrende Wendemanöver und die Frage, wie Mitarbeiter dort sicherer arbeiten können.
Aus der Kombination dieser Faktoren ergab sich das Anforderungsprofil für die Maschine. Die erste Vorführung hatte bereits gezeigt, welchen Vorteil eine Fernsteuerung am Hang bietet und wo der damalige Arbeitsablauf noch Verbesserungspotenzial hatte. Bei der erneuten Vorführung vier Jahre später konnte der Bauhof genau diese Punkte unter realen Bedingungen prüfen.
Für andere Kommunen lässt sich daraus keine pauschale Maschinenempfehlung ableiten, wohl aber ein sinnvoller Entscheidungsweg. Hangneigung und Bewuchs sind ebenso zu berücksichtigen wie Flächenzuschnitt, Zugang, Transport und die Position des Bedieners während der Arbeit. Auch die Frage, wie häufig eine Maschine wenden oder rangieren muss, kann auf größeren Böschungen einen erheblichen Einfluss auf die verfügbare Arbeitszeit haben.
Wer vergleichbare Steilhänge, Straßenböschungen oder schwer zugängliche Grünflächen pflegt, kann über die AS-Motor Händlersuche einen Fachhändler für eine Beratung oder Vorführung finden. Konkrete Fragen zu einem geplanten Einsatz lassen sich außerdem über das AS-Motor Kontaktformular an das Team richten.