Mit Dornen im Reifen trotzdem weitermähen – Möglichkeiten des Pannenschutzes bei Luftreifen

Der legendäre Plattfuß nervt und ärgert seinen Fahrer schon seit 1887. In diesem Jahr erfand nämlich John B. Dunlop den ersten luftgefüllten Reifen. Erfreuen tut sich seitdem jeder an seinen Vorteilen: am geringen Gewicht, an der guten Traktion, an hohen Geschwindigkeiten und vor allem aber am hohen Federungskomfort.

Beim Einsatz von Rasentraktoren und Aufsitzmähern ist es meist der kleine böse Dorn, der das zügige Mähen jäh zu einem Ende bringt – Tagesziel adieu.

Kleine Ursache, aber große Wirkung: Maschine anheben, Rad demontieren, zum nächsten Fachhändler fahren.

Dort angekommen freundlich fragen, ob er es trotz vollen Ladens gleich richten könnte, 20 Minuten warten, 20 bis 30 Euro für die Reparatur bezahlen und dann wieder schnell zurück. Rad wieder drauf und weiter geht’s. Wenn das alles zusammen nur eine Stunde dauert, hat man echtes Glück gehabt. Was diese Ausfallzeit einem Dienstleister kostet, kann man erahnen. So, hoffentlich passiert jetzt eine Zeit lang nichts mehr.

Hoffen ist gut, wem das aber zwei bis drei Mal in der Woche passiert, der sucht aus echten Kostengründen und zur Nervenschonung nach Möglichkeiten des Pannenschutzes.

Welche Möglichkeiten stehen heute zur Verfügung?

Als erstes kommen da diverse Reifenpannenhilfen in den Sinn. Das sind Produkte, meist in Form einer Spraydose, die heutzutage anstelle des guten alten Reserverades im Auto mitgeführt werden und an jeder Tankstelle zu haben sind. Im Falle eines defekten Reifens soll das Mittel den Reifen durch chemische Reaktion und einen Klebeeffekt wieder fahrbar machen. Die Anwendung ist also nicht präventiv möglich sondern nur im akuten Pannenfall. Fast immer ist diese Art der Reparatur nicht dauerhaft, sondern nur kurzfristig. Nach mehrmaligem, wiederholtem Einsatz des Sprays kann der Reifen dadurch sogar unbrauchbar werden und muss ersetzt werden.

Im Gegensatz dazu gibt es aber auch dauerhafte Reifenpannenschutzmittel. Sie werden präventiv, also vorsorglich schon in einen Reifen gefüllt, um im Pannenfall sofort abzudichten und ein Weiterarbeiten ohne Ausfallzeit zu ermöglichen. Sie unterscheiden sich, im Vergleich zu den Reifenpannenhilfen, durch ihre Fähigkeit, Leckagen und Verletzungen dauerhaft abzudichten, trotz der permanenten Walkarbeit des Reifens. Die Funktionsweise der Pannenschutzmittel ist so einfach wie verblüffend. Einer Grundflüssigkeit auf Wasserbasis, ohne Lösungsmittel, werden entweder Gummipartikel oder Kunstfasern unterschiedlicher Größe oder Länge beigemischt.

Bei einer mechanischen Beschädigung des Reifens presst der Reifendruck die Fasern oder Gummipartikel in den Stichkanal und verstopft den selbigen rein mechanisch und dauerhaft. Dieses Funktionsprinzip ist dauerhaft und kann beliebig wiederholt werden. Lediglich eine geringe Menge Luft tritt im Moment des Einstichs aus bis der Stich vom Mittel verschlossen wird. Das Besondere am Reifenpannenschutzmittel ist, dass Dornen, Nägel oder andere spitze Fremdkörper im Reifenmantel steckenbleiben können und trotzdem dauerhaft abgedichtet werden.

Ein solches Mittel ist zum Beispiel „Plattfuss-Stop“ der Firma AS-Motor in Bühlertann. Auf der Messe Demopark 2019 konnten Standbesucher einen Aufsitzmäher-Reifen mit einem spitzen Werkzeug durchlöchern. Nach drei Tagen Fachmesse und über 200 Löchern war der Reifen immer noch dicht. Auf das Pannenschutzmittel wurde AS-Motor bei einer Messe in Amerika aufmerksam. Lange schon klagten viele Kunden des schwäbischen Herstellers von Hochgrasmähern über häufige Plattfüße.

Der Versuch, dem Problem mit dauerhaftem Ausschäumen der Reifen mit Polyurethan Herr zu werden, scheiterte. Das dauerhafte Ausschäumen verhindert zwar Plattfüße zu 100%, wird aber durch drei wesentliche Nachteile begleitet: Erstens, das Gewicht. Das Gewicht eines Vorderrades (4.80/4.00-8) des AS 940 Sherpa 4WD XL, Durchmesser circa 40cm, Breite circa 10 cm, erhöht sich beim Ausschäumen um ganze 7 kg. Würde man nun alle vier Reifen der Maschine ausschäumen, inklusive der großen Hinterräder (20×10.00-8), käme man auf ein Maschinenmehrgewicht von ca. 64 kg! Inklusive Fahrer kann dies das maximal zulässige Gesamtgewicht der Maschine übersteigen. Zweitens, der hohe Preis. Das Ausschäumen eines AS Sherpa Vorderrades kostet ungefähr 70 € bei einem Fachbetrieb. Drittens, der danach vollkommen fehlende Federungskomfort. Fahrer und Maschine werden dauerhaft in Mitleidenschaft gezogen. Lenkstangen, Achslager und Achsaufhängung schlagen aus und die Bandscheiben des Fahrers ebenso.

Nach ausgiebigen Tests des Pannenschutzmittels „Plattfuss-Stop“ und stichhaltiger Referenzen bei der US Army sowie der Royal Mail in Großbritannien entschloss sich AS-Motor, das Produkt zu importieren und serienmäßig in seinem Profi-Aufsitzschlegelmäher AS 1040 YAK 4WD einzusetzen. Laut AS-Motor sind die heutigen YAK Profikunden ausnahmslos zufrieden. Allen Kunden mit Pannensorgen empfiehlt der AS-Motor Kundenservice deshalb die Verwendung von „Plattfuss-Stop“. In schlauchlosen Reifen können Pannenschutzmittel ihre maximale Schutzwirkung von über 95% entfalten. Auch in Schlauchreifen verringern sie Pannen erheblich, leider aber nicht so gut wie in schlauchlosen Reifen. Eventuell kann es sinnvoll sein, Schlauchreifen durch Schlauchlose zu ersetzen um dann konsequent Reifendichtmittel zu verwenden. Bei Schlauchreifen auf verschweißten Felgen muss gegebenenfalls nur der Mantel und das Ventil ausgetauscht werden. Lediglich bei Schnittverletzungen oder größeren Beschädigungen der Reifenflanke ist auch ein gutes Pannenschutzmittel machtlos.

Das alte Gerücht, dass präventive Reifendichtmittel beim Reifenwechsel alles verkleben, ist nicht mehr zeitgemäß, denn „Plattfuss-Stop“ ist zum Beispiel wasserlöslich, einfach abwaschbar, nicht giftig, unbegrenzt haltbar, wiederverwendbar im nächsten Mantel und biologisch abbaubar. Der Literpreis beträgt laut AS-Motor ca. 37,00 € inkl. MwSt. Fachandelspartner und Füllmengen findet der Kunde auf der Website von AS-Motor. Für einen AS 940 Sherpa 4WD sind laut Hersteller circa 3 Liter „Plattfuss-Stop“ ausreichend. Jeweils 1 Liter pro Hinterrad sowie 0,5 Liter pro Vorderrad. Zur Verwendung gibt AS-Motor das Produkt nur für landwirtschaftliche Einsatzzwecke frei, nicht für Autos, Motorräder oder dergleichen.

Fazit

Die einmalige Investition in ein Pannenschutzmittel beim Kauf eines neuen Aufsitzmähers kann sich lohnen – denkt Mann/Frau an die Geldbörse und die eigenen Nerven.

So funktioniert das Reifendichtmittel AS-Motor Plattfuss-Stop

1. Stillstand

2. Fahrt

3. Einstich Fremdkörper

4. Wirkung Plattfuss-Stop

5. Einstich Dorn

6. Wirkung Plattfuss-Stop (bei verbleibendem Dorn)

Das Mittel kann über den Fachhandel erworben werden: In der 950-Milliliter-Flasche – was ausreicht, um einen Hinterreifen eines Sherpa-Aufsitzmähers von AS-Motor abzudichten – oder im 20-Liter-Gebinde, wofür zusätzlich eine Pumpe nötig ist. Angaben dazu, wie viel Pannenschutz-Mittel pro Reifen eingefüllt werden muss, finden Sie auf den verlinkten Seiten. Mit „Plattfuss-Stop“ lassen sich schleichender Druckverlust, platte Reifen und Ausfallszeiten vermeiden – und das über Jahre hinweg.